Neues Leitsystem revolutioniert das Klettern

Und das dank eines Klettersystemes für Blinde und Sehbehinderte, welches in Innsbruck – von Markus Plankensteiner (Sportreferent der Naturfreunde) – entwickelt wurde.

INNSBRUCK. Wenn blinde Menschen Klettern, muss komplette Ruhe herrschen, um die Hilfsperson zu hören, die die Richtung angeben – eine eher aufwendige Angelegenheit. Das soll sich nun ändern, denn mit dem neuen taktilen, also ertastbarem, Kletterleitsystem für Sehbehinderte und Blinde eröffnen sich “neue Routen”. Der große Vorteil: Sie können eigenständig, ohne besondere Hilfe die Kletterlinien bewältigen. Markus Plankensteiner kam die Idee aus eigener Sache heraus: Er ist selbst farbfehlsichtig und hat Probleme die Routen – welche auf ein Farbsystem aufgebaut sind – zu unterscheiden.

Mit Muster und Naturstein
Nach zwei Jahren Herumprobieren entstand das weltweit erste taktile Klettersystem für Sehbehinderte. Dabei wird eine Platte unter den Griff montiert, an welchem man abtasten kann, in welcher Richtung der nächste Griff ist und ob man schon am “Top” (also am obersten Griff) der Route angelangt ist. Auch der Obmann des Tiroler Blinden und Sehbehinderten Verbandes, Klaus Guggenberger, sieht viele Vorteile im neuen Klettersystem: “Die Kinder können damit nicht nur ihr Gleichgewicht und ihre Orientierung verbessern, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen.” Entwickelt wurde das Projekt mit Einbindung blinder Kinder. Besonderheit ist auch, dass nicht die üblichen Kunststoffgriffe verwendet werden, sondern Natursteine: “Blinde Kinder können sich nicht abschauen, welche Technik andere benutzen, daher ist die Haptik sehr wichtig. Wir haben unterschiedliche Natursteine ausgewählt – Granit oder Sandstein – damit auch durch das Tasten ein neues Erlebnis geschaffen wird”, erklärt Plankensteiner. Er arbeitet mit insgesamt vier Mustern, die die Orientierung helfen.

Erste “Bestellung”
Aber bis er zu diesem Schluss gekommen ist, gab es einige Testphasen zu überwinden: “Erst versuchte ich es mit einer Blindenschrift, dann mit Buchstaben, aber das war alles keine Lösung, weil es zu lange gedauert hat, diese zu ertasten. In der dritten Phase kamen wir zur endgültigen Lösung, die vier Muster”. Die erste konkrete Anfrage gibt es auch schon. Die BRG in der Au will seine Vorstiegshalle mit den Natursteinen und den schwarz-gelben “Orientierungsplatten” ausbauen und auch von anderen Tiroler Kletterhallen-Betreibern kam eine positive Rückmeldung zum neuen Leitsystem. Das Pilotprojekt befindet sich im Boulderraum der Naturfreunde (Pradler Platz 6) und steht für alle Interessenten offen.

Quelle: meinbezirk.at

1 Antwort
  1. Gopal
    Gopal sagte:

    Hallo Maggo, ich finds einfach super deine Erfindung. Dank deiner Erfindung können nun auch Sehbehinderte und sogar Blinde das Klettern erlernen und genießen anfangen. Mach weiter so.

    Antworten

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